Die große Überraschung Anfang diesen Jahres war eine KAffeeernte in den 3 Plantagen, die alle bisherigen Erwartungen übertraf. 2000 KG KAffee wurden geerntet. 2 Tonnen Kaffee, die geerntet wurden, obwohl eine der drei Plantagen von einer Krankheit befallen ist, ein Rost, der es erforderlich machte, 60 Prozent der Büsche „auf den Stock zu setzen“. Dies bedeutet, den Busch abzuhacken und zu warten, bis aus dem Stamm gesunde Zweige wachsen. Dies braucht ca 3 Jahre. So haben wir in den 2 anderen Plantagen allein diese Ernte eingefahren.
Bisher hatten wir den Kaffee nach dem Pflücken getrocknet und den privaten Aufkäufern angeboten. Die Erlöse waren pro kg 1 Euro.
Angesichts dieser jetzigen Ernte kam dieses Jahr bei meiner letzten Reise der Plan auf, den Kaffeeanbau zu verbessern, eine Rohverarbeitung vor Ort vorzunehmen um den Kaffee direkt nach Deutschland zu vermarkten.
Bei dem Besuch einer Rösterei in Heimerzheim in der Nähe von Bonn lernte ich, wie eine kleine Rösterei aus Robustakaffee, gerade den, den wir auch anbauen, in einem individuellen aufwendigen Verfahren einen wunderbaren Kaffee rösten kann, einen Spitzenkaffee. Caffè Casolo heißt dieser Kaffee. Dieser Röster, Peter Winkler bezieht seinen Kaffee auch aus Indien und hat uns in alle Geheimnisse des Veredelns und Röstens eingeweiht.
Caffè Casolo peterwinkler@emport.eu Informationen auch: www.emiko.de
Für mich wird so als Perspektive die Verbindung der kleinen Kaffeebauern in Orissa mit kleinen Röstereien in Deutschland realistisch, um die Erlöse für die Bauern zu verbessern. Neben diesen 3 Plantagen haben sich jetzt auch einzelne Bauern an uns gewandt, die in ihren Gärten oder in den Busch Kaffeebäume pflanzen wollen. Wir werden sie mit Pflanzen und Knowhow unterstützen, in das Projekt einbeziehen, das sie von der Vermarktung profitieren.
Wichtig für diese Verbindung sind 2 Qualitätsmerkmale.
Zum einen wird in den nächsten Jahren ein ökologischer Umbau nötig, der in einem Bio-zertifikat seinen Niederschlag findet. Welche Art des Anbau es sein wird, ist noch offen. Unter dem Begriff der Permaculture gibt es ein internationales Programm zum organic Anbau, das wir gerade untersuchen.
Das 2. Merkmal für Qualität bei Kaffee ist das Pflücken. Die großen Plantagen wie in Brasilien werden maschinell gepflückt und entsprechend werden alle Reifegrade gleichzeitig geerntet.
Es kommt darauf an, per Hand zu pflücken und nur die reifen roten Früchte zu ernten, dafür aber mehrmals durch die Plantage zu gehen. Das Handpflücken ist bei uns selbstverständlich. Das mehrmalige Ernten mit dem Ziel, nur reife Früchte zu ernten, ist neu.
Für die direkte Vermarktung wird auch ein schonendes Schälen der Kaffeekirschen notwendig. Alle 3 Plantagen bekommen eine Maschine mit Handkurbel, ein Pulper, mit der die frische Kaffeekirsche von der Schale unter Einsatz von viel Wasser getrennt wird. Dann wird die Kaffeebohne getrocknet und in Säcke gepackt und verschickt.
Weil wir für die Feuchtverarbeitung des Kaffees und auch für die Pfefferpflanzen, die an den Schattenbäumen hochwachsen sollen, viel Wasser brauchen, bekommen in diesem Jahr auch die Plantagen in Lakhsmipur und Drukaguda ihren Brunnen.
In Lakhsmipur wird der Brunnen gebohrt, anders als in Holdibad, wo der erste dieser Brunnen ein großer offener Brunnen ist.
Dieser gebohrte Brunnen wird sehr tief geplant, bis zu hundert Meter, weil erst dort sicheres Wasser in großen Mengen zu erwarten ist. Es soll ein Brunnen werden, der auch in der Trockenzeit gut Wasser führt.
Nutzniesser dieses Brunnen soll auch der in der Nähe liegende Kirchenkompound werden. Dort sollen ein Internat, ein Gästehaus sowie verschiedene Privathäuser mit Wasser versorgt werden. Der Ausbau dieser Wasserversorgung wird von einer Initiative unterstützt, die von Erik und Theo Speck, 2 der Söhne des Missionars Reimer Speck, der in Lakhsmipur gelebt und gearbeitet hat. Die beiden sind dort aufgewachsen.
Ihr Projekt lautet „Wasser für Lakhsmipur“ (WfL)
Bei Interesse gibt es weitere Informationen bei eric.bacon@arcor.de
Dies sind einige Ergebnisse meiner letzten Reise im November 2011.